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Gepostet am 16. März 2017 von  Zsuzsanna Csapó, Consultant bei ORO Services GmbH in Veranstaltungen

Bundesbank Symposium 2017: Warten auf Basel III

Zentrales Thema des diesjährigen Bundesbank Symposiums am 15. März war die ausstehende Finalisierung des Basel-III-Rahmenwerks. Besucher des Kap Europa in Frankfurt am Main erwarteten Vorträge über die bisher erzielten Fortschritte und intensive Diskussionen zwischen Vertretern von Instituten, Aufsicht und Wissenschaft über die Zukunft des Bankensektors in einem Umfeld wachsender regulatorischer Anforderungen und zunehmender Digitalisierung.

Dr. Andreas Dombret, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, erläuterte in seinem Eröffnungsvortrag die bisherigen Errungenschaften der Basler Verhandlungen und quantifizierte die möglichen Auswirkungen des Basel-III-Rahmenwerks auf die Bankenlandschaft. Internen Auswirkungsstudien der Bundesbank zufolge sei kein signifikanter Anstieg der risikogewichteten Aktiva (RWA) bei den meisten deutschen Instituten zu erwarten. Im Mittel rechne man mit einer RWA-Erhöhung von bis zu 5 %, wobei in wenigen Ausnahmefällen ein über 20-prozentiger Anstieg vorkommen könne, so Dombret. Banken sollte durch die Finalisierung des Basel-III-Paketes keine zusätzlichen Kapitalanforderungen auferlegt werden, betonte auch Stefan Ingves, Vorsitzender des Basler Ausschusses BCBS. Ein signifikanter Anstieg der Kapitalforderungen ist ihm zufolge auch nicht zu erwarten. Allerdings stellte sich die Frage, ob ein zehn- oder gar 20-prozentiger Anstieg des Kapitalbedarfs nicht als signifikant einzustufen wäre, merkte Dr. Marcus Schenck, CFO der Deutschen Bank, in seinem Vortrag an.

Höhe des Output Floors weiterhin unklar

Weiterhin offen ist die Zukunft des einzuführenden Output Floors, einer verbindlichen Untergrenze für die risikogewichteten Aktiva, wodurch die Variabilität bei der Berechnung der RWA begrenzt werden soll. In Deutschland verwenden wenige Institute interne Ansätze, dennoch ist die Höhe des Floors weiterhin umstritten. Aus Sicht der deutschen Aufsicht würde ein zu hoher Output Floor zu falschen Anreizen führen und zu Lasten der Risikosensitivität gehen, sodass sich die BaFin und die Bundesbank gegen die Einführung einer überhöhten Untergrenze einsetzen werden. In welchem Rahmen sich ein zu hoher Floor bewege, wurde von den Aufsehern jedoch nicht weiter quantifiziert. Felix Hufeld, Präsident der BaFin, bekräftigte in seiner Rede ebenfalls die Notwendigkeit der Risikosensitivität, welche nicht durch „pauschale Limits“ ersetzt werden dürfe.

Ausreichende Übergangsfristen notwendig

Einigung besteht scheinbar im Hinblick auf die Notwendigkeit ausreichender Übergangsfristen, welche eine tragbare und zu bewerkstelligende Umsetzung der Regelungen gewährleisten sollen. Als Vertreter eines deutschen Spitzeninstituts betonte Marcus Schenck, dass umfangreiche Portfolioanpassungen mehr als drei bis vier Jahre benötigten und plädierte für längere Übergangszeiträume und Ausnahmeregelungen. Hierbei ist laut Schenck noch gleichzeitig zu berücksichtigen, dass abseits der Basler Regeln weitere regulatorische Vorgaben (wie IFRS 9 und MiFID II) umzusetzen sind, welche die Institutsressourcen binden. Umfangreiche Meldeanforderungen und IT-Anpassungen, insbesondere durch die Umsetzung von AnaCredit, stellen Institute ebenfalls vor große Herausforderungen, bekräftigte Wolfgang Kirsch, Vorstandsvorsitzender der DZ Bank.

 „Kein Kompromiss um jeden Preis“

Mit Blick auf die andere Seite des Atlantiks sind sich die anwesenden Basler Vertreter einig, dass es einen Kompromiss um jeden Preis nicht geben kann. Die Basler Regeln seien globale Mindeststandards, deren einheitliche Umsetzung eine zentrale Rolle im internationalen Wettbewerb spiele, betonten die deutschen Aufseher. Details über die weitere Zeitplanung wurden allerdings nicht bekannt gegeben. „Entscheidend ist auch nicht die Geschwindigkeit. Entscheidend ist vielmehr das Verhandlungsergebnis“ – betonte Dombret. Es habe schließlich niemand Interesse daran, dass eine halbfertige Basel-III-Skulptur in etwa 3000 Jahren von Archäologen ausgegraben wird, so der Bundesbanker in Anspielung auf die jüngsten Ausgrabungen in Ägypten. 

Weitere Informationen über Basel III, einschließlich der relevanten Normen, Standards und Fachbegriffe, finden Regupedia-Kunden im Search-Center

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